England .:. Steckbrief

Mannschaft: England
Verband: UEFA UEFA
gegründet: 26.10.1863
Farben: weiß-dunkelblau
Stadion: Wembley National Stadium
90.000 Plätze
Anschrift: The Football Association
25 Soho Square
London W1D 4FA
Telefon: 0 20 / 77 45 45 45
Telefax: 0 20 / 77 45 45 46
Homepage: www.thefa.com
E-Mail: info@thefa.com

England .:. Erfolge

1 x Weltmeister
1966 
1 x Englischer Supercupsieger
1950 

England .:. Portrait

England, "das Mutterland des Fußballs"!?

Ist dies eine Tatsache oder doch fragwürdig, denn historisch ist nachgewiesen worden, dass in der Vergangenheit auch in anderen Regionen der Welt eine Form von "Fuß-Ball" gespielt wurde, so in Italien, Griechenland und sogar in China. Jedoch war im England des 19. Jahrhunderts die Weiterentwicklung von der Rohform des Urfußballs zum modernen Fußball einmalig, womit England zumindest das Mutterland des modernen Fußballs ist.

Die Entstehungsgeschichte des modernen Fußballs in England ist mit der "Upper Class", der gut betuchten Mittel- und Oberschicht eng verwoben. Der moderne Fußball entwickelte sich aus dem Spiel Hurling, welches aber aufgrund seiner Brutalität schnell an Aufmerksamkeit bei der Bevölkerung verlor. An Public Schools erinnerten sich Schüler an das Spiel Hurling und sahen das Spiel in einer entschärften Version für die körperliche Fitness als überaus geeignet an. Ein Regelwerk entstand und die Geburtsstunde für "Football" wurde somit eingeläutet. Fußballteams an Schulen und Universitäten sowie Schulabgängermannschaften, so genannte "Old Boys Teams" prägten zu Anfang die Fußballlandschaft in England. Auch der älteste Verein der Welt, der 1855 gegründete Sheffield FC war ein Old Boys Team.

Doch Probleme überschatteten den Anfang des Fußballs. Da jede Schule ein eigenes Regelwerk aufstellte und es in den Punkten Handspiel und körperlicher Einsatz zu Differenzen untereinander kam, lähmten diese Unstimmigkeiten für einen geraumen Zeitraum das Fußballgeschehen. Nach Querelen bei mehrmaligen Sitzungen zur Regelauslegung kam es zum Bruch, woraus am 26.10.1863 die Football Association (FA) hervorging. Damit war die Trennung von Fußball und Rugby entschieden.

Es kam zum Aufbau eine Spielbetriebs und zu einer Vereinheitlichung der Regeln, doch lief das Bekanntwerden des Fußballspiels nur schleppend, da sich das Spiel nicht durch alle Gesellschaftsklassen gleichmäßig schnell verbreitete. Eine radikale Änderung in der Popularität des Fußballs schaffte die Gründung von Betriebsmannschaften und des FA Cups im Jahre 1871. Was aber Folgen mit sich zog. Die Problematik des Profistatus wurde auch in England diskutiert und mit einer Gründung der "Football League" im Juli 1885 gelöst.

Bei all der Stärke der englischen Liga und auch der Euphorie im eigenen Land ist auch ein fader Beigeschmack am englischen Fußball haften geblieben. Die Überheblichkeit und Arroganz über ihren Status als Fußballentwickler und Erfinder gegenüber Europa trieb England immer mehr in die Isolation. Diese Art des falschen Stolzes wurde im Jahre 1904 deutlich, als England es nicht für notwendig und wichtig hielt, der FIFA beizutreten, was man jedoch ein Jahr später nachholte. International büßte die englische Nationalmannschaft mit ihrer arroganten Einstellung die Dominanz und ihre Vormachtstellung in Europa und in der Welt ein.

Bei der allerersten Weltmeisterschaft für die englische Nationalmannschaft im Jahre 1950 in Brasilien schied England durch Niederlagen gegen die USA und Spanien überraschend in der Gruppe aus. Schlimmer kam es für Englands Fußball am 25.11.1953, als Ungarn mit Ferenc Puskás der Nationalmannschaft Englands die erste Heimniederlage im Wembley Stadion in Höhe von 6:3 zufügte. Die Wende kam bei der WM 1966 im eigenen Land, wo England mit einem modernen Spielsystem (4-4-2) dank ihres damaligen Trainers Alf Ramsey im Finale Deutschland bezwungen hat. Dies war bis heute der einzige Titel für die "Geburtsstätte des Fußballs". Bei den folgenden internationalen Vergleichen nahm England keine große Rolle mehr ein. Das größte Trauma und auch die größte Furcht Englands lässt sich in drei kleine Worte fassen: Elfmeterschießen gegen Deutschland. Jeweils im Halbfinale bei der WM 1990 in Italien sowie bei der EM 1996 als Gastgeber scheiterten die englischen Spieler an ihren Nerven und an den deutschen Torhütern. Bei der letzten EM 2000 in Holland/Belgien enttäuschte die Nationalmannschaft wie auch Deutschland und schied schon in der Gruppe aus. Daran änderte auch nicht das mit 1:0 gewonnene Prestigeduell gegen Deutschland. In der Qualifikation überzeugte England mit ihren Stars Owen und Beckham, es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich England bei der EM 2004 in Portugal präsentiert.

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