24.08.2016 10:26 Uhr

Blatter: "Habe nichts Unrechtes getan"

Einspruch! Sepp Blatter ist sich keiner Schuld bewusst
Einspruch! Sepp Blatter ist sich keiner Schuld bewusst

Es flossen jede Menge Gelder, Millionen wanderte auf fremde Konten: Ex-FIFA-Chef Sepp Blatter ist trotzdem von seiner Unschuld überzeugt und hofft auf einen Freispruch durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS.

"Die CAS-Richter müssen nicht in meinem Sinn entscheiden - sondern im Sinne der Gerechtigkeit. Und ich habe nichts Unrechtes getan", sagte Blatter der Deutschen Presse-Agentur. Vor dem CAS findet am Donnerstag die Anhörung zum Einspruch des Schweizers gegen seine Suspendierung von allen Fußball-Aktivitäten statt.

Die FIFA-Ethikkommission hatte den langjährigen Präsidenten wegen einer dubiosen Millionenzahlung an seinen damaligen Stellvertreter Michel Platini für acht Jahre gesperrt. Das FIFA-Berufungsgremium hatte den Bann später wegen der Verdienste Blatters auf sechs Jahre reduziert. "Ich bin ein positiver Mensch - und ich gehe mit Zuversicht in das höchste Sportgericht, das eine von den Sportverbänden eingerichtete unabhängige Instanz ist", sagte Blatter.

"Wir sind keine Lügner", sagte einst mächtigste Sportfunktionär, der wie Platini auf die Rechtmäßigkeit der Zahlung pocht. Beide sprechen von einem mündlichen Vertrag, die Ethik- und FIFA-Richter glaubten ihnen aber nicht. "Die Chancen stehen gut, dass dieses Gericht (der CAS, d. Red.) den mündlichen Vertrag anerkennt. Und wenn es einen Vertrag gab, was bleibt dann? Die FIFA und die Ethikkommission haben Korruption und Bestechung ja bereits ausgeschlossen."

Freispruch praktisch ausgeschlossen

Ein Freispruch des 80-Jährigen, der sein FIFA-Amt im Zuge der Korruptionsaffären niedergelegt hatte, gilt praktisch als ausgeschlossen. Der ebenfalls über die Affäre gestürzte Platini hatte vor dem CAS lediglich eine weitere Reduzierung der Sperre auf vier Jahre bewirken können. Eine ähnliche Entscheidung in der Causa Blatter scheint möglich.

Das Funktionärs-Duo war über eine Zahlung von Blatter an Platini in Höhe von zwei Millionen Schweizer Franken im Jahr 2011 gestolpert. Die Ethikhüter folgten der Darstellung nicht, dass es sich um eine verspätete Gehaltszahlung an den Franzosen gehandelt habe. "Meine Vorverurteilung begann schon im Mai 2015. Aber das CAS ist eine unabhängige Instanz, die jeden Fall neu beurteilt", sagte Blatter.

"Es handelt sich um einen Schiedsrichter wie auf dem Spielfeld. Wir werden sehen, der Schiedsrichter muss entscheiden", sagte Blatter, den der Skandal auch gesundheitlich mitgenommen hatte. Mitte Juni überstand er eine Krebs-Operation an der linken Ohrmuschel. Im ZDF-Gespräch äußerte er: "Ich bin schon etwas gezeichnet, weil das, was mir passiert ist, diese Attacke auf die FIFA, das hat mich erschüttert und ich leide noch heute unter diesem Schlag."

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