13.02.2020 13:39 Uhr

Krisen-Camp in Leipzig: Werders Kampf gegen den Super-GAU

Kämpft mit Werder Bremen gegen den Abstieg: Florian Kohfeldt
Kämpft mit Werder Bremen gegen den Abstieg: Florian Kohfeldt

Beim abstiegsbedrohten SV Werder Bremen wird im Kampf um den Klassenerhalt ein neuer Reizpunkt gesetzt. Vor dem Auswärtsspiel bei RB Leipzig begann für den Kader des Bundesliga-Vorletzten ein Kurz-Trainingslager in der Messestadt.

Das Angebot für im Abstiegskampf geschundene Bremer Profifüße klingt vielversprechend. Im Ringen um den Klassenerhalt können die Spieler des SV Werder auch auf Fußpeeling mit Aprikosenkernen zurückgreifen, wahlweise auch auf Black Hot Stones.

Alles entspannende Offerten der Leipziger Nobelherberge, in der der Tabellenvorletzte während eines Kurz-Trainingslagers vor der Partie am Samstag (15:30 Uhr) gegen RB Leipzig logiert.

Dort suchen die Hanseaten nicht nur ihre Form, sondern auch neue Ruhe. Obwohl oder gerade weil die Lage mit nur 17 Punkten aus 21 Spielen mehr als bedrohlich ist und zum zweiten Mal nach 1980 die Zweitklassigkeit droht. Coach Florian Kohfeldt lässt unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Alfred-Kunze-Sportpark trainieren.

"Wir haben den Zeitpunkt für dieses Trainingslager genau abgewogen. Es gibt keinen Grund, auf irgendetwas zu warten", sagte der Trainer bei der Abreise in die sächsische Metropole.

Das Camp, so der 37-Jährige weiter, sei keine Maßnahme, die nur auf diese eine Begegnung abziele: "Es geht um eine engere Heranführung und Fokussierung. Wir sind fußballerisch schon stabiler geworden, aber noch werfen uns kleine Momente im Spiel viel zu häufig zurück."

Allgemeine Angst vor dem Abstieg

Große Sorgen macht sich auch Ailton, der 2004 mit Werder das Double und auch die Torjägerkanone gewann. "Wenn ich die Tabelle sehe, habe ich Angst. In den letzten vier Jahren hatten wir dreimal Abstiegskampf. Vielleicht ist das Glück irgendwann aufgebraucht", sagte der mittlerweile 46 Jahre alte Brasilianer im "Sport Bild"-Interview.

Mehr um die chronisch klammen Finanzen des Bundeslandes Bremen, aber auch um das Renommee der Hansestadt, bangt Bürgermeister Andreas Bovenschulte am "Sky"-Mikrofon: "Neben den Bremer Stadtmusikanten ist Werder schließlich unser wichtigster positiver Imageträger." Seriösen Schätzungen zufolge, könnte ein Abstieg die Stadt und den Verein insgesamt mehr als 50 Millionen Euro kosten.

Zur grün-weißen Reisegruppe gehören auch Teampsychologe Andreas Marlovits und Ex-Nationalspieler Clemens Fritz, mittlerweile Chef der Scouting-Abteilung bei den Norddeutschen. Kohfeldt sieht den Bremer Ehrenspielführer als wichtigen Ansprechpartner für seine Schützlinge: "Clemens hat als langjähriger Werder-Kapitän solche schwierigen Situationen oft mitgemacht."

Rein statistisch betrachtet, ist der Abstieg indes kein unabänderliches Schicksal. Vor exakt acht Jahren stand der SC Freiburg - ebenfalls mit 17 Punkten aus 21 Spielen - sogar auf dem letzten Tabellenplatz. Unter dem damals neuen Trainer Christian Streich wurden die Breisgauer am Ende mit 40 Zählern noch Zwölfte.

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