23.01.2020 16:41 Uhr

Perisic beim FC Bayern: Vom Platzhalter zum Protagonisten

Ivan Perisic spielt in München eine immer wichtigere Rolle
Ivan Perisic spielt in München eine immer wichtigere Rolle

Ivan Perisic ist beim FC Bayern München als eine Art Platzhalter verpflichtet worden. Nach der schweren Knieverletzung von Wunschspieler Leroy Sané sahen sich die FCB-Bosse wenige Tage vor dem Start der Bundesliga-Saison zum Handeln gezwungen und zauberten den Vize-Weltmeister aus dem Hut. Er unterschrieb einen Leihvertrag bis zum Saisonende, soll im Juni zu Inter Mailand nach Italien zurückkehren. Mittlerweile stellt sich aber die Frage: Geht da noch mehr für Perisic beim FC Bayern?

Grund für die jüngsten Spekulationen ist der 30-Jährige selbst: Der Offensivmann gibt sich bei den Münchnern als Musterprofi. Perisic sammelt mit großem Einsatz in den Trainings, einer positiven Rolle im Teamgefüge und Bescheidenheit abseits des Platzes viele Sympathiepunkte im und außerhalb des Klubs. Und was noch viel entscheidender ist: Die Leistungen des 88-fachen Nationalspielers passen mittlerweile ebenfalls. 

Seit November hat Perisic in jedem Bundesligaspiel der Bayern auf dem Rasen gestanden. Mindestens als Einwechselspieler, um die Stammkräfte Serge Gnabry oder Kingsley Coman auf den offensiven Außenbahnen zu entlasten. Seit der Knieverletzungs Comans im Dezember ist Perisic von Beginn an gefordert.

Bereitete ihm die neue Verantwortung auf der linken offensiven Außenbahn zunächst noch etwas Probleme, kommt der Vize-Weltmeister von 2018 nun immer besser zurecht. In den 90 Minuten gegen Freiburg (3:1) und Wolfsburg (2:0) schwamm Perisic vor der Winterpause noch mit. Beim glatten 4:0-Rückrundenstart gegen Hertha BSC gehörte Perisic dann aber zu den Protagonisten im Bayern-Trikot, ragte mit einem Tor und einem Assist heraus. 

Perisic hält Zukunft in München "für möglich"

Der Angreifer will auch in den kommenden Wochen weitere Argumente dafür sammeln, dass ihn Cheftrainer Hansi Flick ohne Bauchschmerzen bringen kann. Auch dann, wenn am 25. Februar mit dem Champions-League-Achtelfinalhinspiel gegen den FC Chelsea der absolute Härtetest auf dem Programm steht. 

Alles unter der Prämisse, dass seine Zeit im Sommer beim deutschen Rekordmeister wieder vorbei sein kann. Dann, wenn endlich der bis dahin wiedergenesene Wunschspieler Leroy Sané von Manchester City geholt wird. Perisic selbst kann sich eine weitere Zukunft in München durchaus vorstellen, wie er selbst bereits vor einiger Zeit im FCB-Magazin "51" betonte: "Ich halte das auch für möglich. Bis jetzt ist alles positiv in München, privat und sportlich."

Der Außenstürmer lässt mit seinen 30 Jahren eine gewisse Lockerheit walten und versucht, mit starken Leistungen auf dem Platz zu überzeugen: "Ich habe jetzt erstmal einen Leihvertrag über ein Jahr. Anschließend gibt es eine Kaufoption. Ich gehe einfach Schritt für Schritt, von Tag zu Tag. Dann schauen wir mal."

Dass die Bayern die Kaufoption tatsächlich nutzen könnten, scheint zum derzeitigen Zeitpunkt noch eher unwahrscheinlich. Sorgt Perisic aber für weitere als seine bislang eh schon starken sieben Scorerpunkte (vier Tore und drei Assists), könnte er die Bayern-Bosse noch zum Umdenken bewegen und zu mehr als einem Platzhalter werden. 

20 Millionen Euro für fixe Perisic-Verpflichtung?

Die Altersfrage spielt für Perisic, der Anfang Februar die 31 vollmachen wird, noch überhaupt keine Rolle: "Als ich jetzt zu Bayern gekommen bin, hieß es: Er ist schon 30 und bestimmt nicht mehr der Frischeste. Aber das ist mir egal. Der Fußballplatz ist der einzige Ort, an dem ich meine Antworten gebe", stellte er klar. Mit der ansteigenden Formkurve der letzten Woche behält er bisher Recht.

Entscheidend für ein weiteres Engagement beim deutschen Branchenprimus über den Sommer hinaus wird sein, ob sich der Ex-Dortmunder und -Wolfsburger auch nach der Rückkehr von Teamkollege Kingsley Coman wird behaupten können. 

Klubboss Karl-Heinz Rummenigge zumindest hat bereits mehrfach durchblicken lassen, dass er eine Rückkehr des Kroaten nach Mailand nach der laufenden Saison keinesfalls für fix hält: "Ich schließe die Verpflichtung von Perisic nicht aus", betonte der Vorstandsvorsitzende der Münchner.

Übereinstimmenden deutschen und italienischen Medienberichten zufolge würde ein Kauf den FC Bayern rund 20 Millionen Euro kosten. Die Münchner müssen entscheiden, ob sie dies angesichts der Verletzungsanfälligkeit der Flügelzange Coman/Gnabry und des immer noch nicht eingetüteten Sané-Megadeals als lohnenswertes Geschäft ansehen. 

Derzeit kann sich Cheftrainer Hansi Flick zumindest noch glücklich schätzen, den 30-Jährigen im Kader zu wissen. Perisic ist da, wenn er gebraucht wird. 

Mats-Yannick Roth

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