13.03.2017 16:36 Uhr

Ramos und Adjutant Kroos: Eine Tor-Symbiose

Toni Kroos und Sergio Ramos ergänzen sich perfekt
Toni Kroos und Sergio Ramos ergänzen sich perfekt

Aktuell sorgt besonders Sergio Ramos für königliche Jubelstürme bei Real Madrid. Der torhungrige Verteidiger ist bei seinen Erfolgen aber meistens auf die maßgenauen Zuspiele von Toni Kroos angewiesen.

"Sergio Ramos, der ewige Feuerwehrmann", jubelte die spanische Sportzeitung "AS" nach dem Viertelfinaleinzug in der Königsklasse gegen den SSC Neapel. Die "Marca" sprach von "wahren Heldentaten" und die "Mundo Deportivo" sah in Ramos gar einen "Retter" von Madrid.

Zuvor hatte der Kapitän seiner Mannschaft mit einem Kopfball-Doppelschlag den Weg in die nächste Runde geebnet. Nach einer enttäuschenden ersten Hälfte hieß es im San Paolo zweimal (51./57): Ecke Kroos - Tor Ramos. Unerheblich, dass der zweite Treffer nach dem Spiel von der UEFA als Eigentor von Dries Mertens, der den Ball noch abfälschte, gewertet wurde. Der Torschütze gab sich nach der Partie ohnehin bescheiden. "Nur weil ich jetzt zwei Tore gemacht habe, bin ich nicht gleich wieder der Held", schränkte der Gefeierte selbst ein. 

Gewohntes Muster

Dennoch war es kein Zufall, dass im ersten Spiel nach dem CL-Triumph abermals Ramos zum Tor-Helden in der Liga avancierte. Während die Angriffsbemühungen von Morata, Isco und Co. beim Stand von 1:1 gegen Betis meist harmlos blieben, war der Wortführer der Madrilenen erneut zur Stelle: In gewohnter Manier setzte sich Ramos neun Minuten vor Schluss nach einer mustergültigen Hereingabe im gegnerischen Strafraum durch und nickte zum entscheidenden 2:1 ein. Die vorangegangene Ecke kam natürlich von Kroos - business as usual im Bernabéu.

Überhaupt hat sich das Zusammenspiel zwischen dem Deutschen und dem Spanier mehrfach bewährt und zuletzt dafür gesorgt, dass die Blancos in der heimischen Liga wieder vom Spitzenplatz grüßen. Schon sechsmal legte Kroos der königlichen Nummer Vier in der laufenden Saison einen Treffer auf. Ein kongeniales Gespann, eine wahre Tor-Symbiose, die momentan für den Erfolg des spanischen Rekordmeisters verantwortlich ist. Madrid-Torwart Keylor Navas schwärmte kürzlich: "Wenn es um Kopfbälle geht, dann hat Ramos diese Fähigkeit, den Ball überall dahin zu befördern, wo er will."

Der stotternde Motor der eigentlich "galaktischen" und viel gerühmten Sturmabteilung konnte so meist kaschiert werden. Ramos, der in erster Linie die Defensive seines Teams zusammenhalten soll, hat mit sieben Ligatreffern genauso oft getroffen wie Mittelstürmer Karim Benzema und Angreifer Gareth Bale.

Zidane gefordert

Auch Rückkehrer Morata hat nur ein mickriges Törchen mehr erzielt. Die eigentlichen Kreativ-Kräfte Isco und James Rodríguez spielen zudem keine tragende Rolle in der spanischen Hauptstadt. Beide dürften wohl kaum dafür sorgen, dass das weiße Ballet seine Liebe zum Tanz wieder entdeckt. Zwar stellt Real Madrid in der Primera División hinter Erzrivale Barcelona die zweitbeste Offensive, die Verteilung dürfte Real-Trainer Zinédine Zidane dennoch Sorgenfalten ins Gesicht treiben.

Gerade im anstehenden Saisonendspurt und in der K.o.-Phase der Champions League gegen hochkarätige Gegner ist der Franzose gefordert, für mehr Variabilität neben Top-Stürmer Cristiano Ronaldo (25 Pflichtspieltore) zu sorgen, um die hoch gesteckten Saisonziele nicht zu gefährden. Bis dahin muss man sich wohl weiter auf die Tor-Symbiose aus Ramos und Kroos verlassen.

Falk Velten

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