15.11.2023 08:51 Uhr

"Großer Rückschlag": SKN denkt nicht ans Aufgeben

Mikolajovas Tor war zu wenig für einen Punktgewinn
Mikolajovas Tor war zu wenig für einen Punktgewinn

Statt dem angepeilten Traumstart ein klassischer Fehlstart: Für den SKN St. Pölten hat die zweite Teilnahme an der Gruppenphase der Frauen-Champions-League mit einer 1:2-Heimniederlage gegen Brann Bergen am Dienstagabend sehr negativ begonnen. Auf dem Weg in ein mögliches Viertelfinale waren die drei Auftaktpunkte fix eingeplant gewesen. "Natürlich ist es ein großer Rückschlag für uns, trotzdem ist noch alles drinnen", sagte Kapitänin Jennifer Klein.

Im Vergleich zur Premiere in der Königsklasse 2022 dürfen die Niederösterreicherinnen diesmal realistischerweise mit einem Top-zwei-Platz in der Gruppe B spekulieren. Weitere Ausrutscher in den Duellen mit Slavia Prag und zum Abschluss Bergen dürfen dafür aber nicht mehr sein. "Das sind die drei Spiele, in denen ich die Möglichkeit sehe, dass wir noch Punkte holen", meinte die ÖFB-Teamspielerin. Kommenden Mittwoch wartet erst einmal das Gastspiel bei CL-Rekordsieger Olympique Lyon. Die Französinnen deklassierten Slavia mit 9:0. Auch deshalb sprach Klein von einem "Bonusspiel" gegen eine "Übermacht", in dem man sich mit Weltklassespielerinnen messen dürfe.

Zu hoffen ist, dass Österreichs Serienmeister dabei leistungstechnisch mehr überzeugen kann als zum Gruppenstart. "Ich denke, dass wir gar nicht in unser Spiel gefunden haben", resümierte Trainerin Liese Brancao. Mit dem Ball sei man weit weg vom eigenen Niveau gewesen. "Unter dem Strich haben wir ein bisschen zu viel Respekt gehabt, waren zu ängstlich, unser Spiel mit dem Ball haben wir überhaupt nicht aufziehen können", gab Klein preis.

Vor der Pause waren Gäste-Chancen abgesehen von einem Stenevik-Latten-Kopfball (37.) noch Mangelware. Danach erarbeiteten sich diese ein klares Plus und dominierten das Geschehen. Rakel Engesvik (57.) münzte die Überlegenheit in die Führung um. Assistgeberin Signe Gaupset hatte sich zuvor in einem sehr strittigen Zweikampf gegen Klein durchgesetzt. Brancao hätte gerne einen Pfiff von Riem Hussein gesehen. "Vor dem ersten Gegentor war es für mich ein Foul, das tut schon auch weh", betonte die Brasilianerin.

SKN-Trainerin Brancao gesteht "verdiente Niederlage" ein

Klein selbst sah es ein bisschen anders: "Wir sind beide gleichzeitig mit dem Körper reingegangen. Es ist eine strittige Situation, ich denke aber, dass es okay ist, dass die Schiedsrichterin nicht gepfiffen hat." Mit dem Treffer von Maria Mikolajova (68.) aus rund 20 Metern und einem Latten-Freistoß von Mateja Zver (71.) wäre der Spielverlauf trotzdem beinahe auf den Kopf gestellt worden. "Nach dem 1:1 hatten wir so fünf Minuten für uns, wo wir uns mehr getraut haben, mehr Risiko gegangen sind und auch gefährlicher waren", sagte Brancao.

Der Schwung war schnell wieder verflogen. Einzig die mangelnde Bergen-Effizienz sorgte für Spannung bis am Schluss. "Von den Chancen her war es auf jeden Fall eine verdiente Niederlage", gab Brancao zu. Die kassierte die Nummer zwölf im UEFA-Koeffizienten-Ranking gegen die Nummer 51. Die Qualität der Norwegerinnen spiegelt sich in dieser Platzierung nicht wider. Unabhängig davon war ein Sieg St. Pöltens doch erwartet worden. Das könnte die Spielerinnen gehemmt haben.

Brancao wollte aber "keine mentalen Gründe" für die Niederlage anführen. "Wir haben einfach bei den Umschaltsituationen nicht den Punkt gefunden", meinte die 42-Jährige. So gefordert zu werden, sind Klein und Co. in der österreichischen Liga nicht gewohnt. Auch das könnte ein Mitgrund für die enttäuschende Performance gewesen sein. "Wenn wir jedes Wochenende so ein Spiel hätten, dann wäre es so, dass wir beim zweiten oder dritten Mal Situationen besser lösen könnten", schilderte Brancao. In der heimischen Liga wurde bisher noch kein Punkt abgegeben.

In der Königsklasse hofft Brancao auf einen Punktverlust von Bergen kommende Woche zu Hause gegen Slavia. "Wenn Bergen zweimal gegen Slavia gewinnt, dann wird es schon richtig schwer, aber wenn sie einmal Unentschieden spielen und wir Slavia zweimal schlagen, dann ist wieder alles drinnen für uns. Wir müssen positiv denken", verlautete St. Pöltens Trainerin. Die Niederlage tue den Spielerinnen natürlich richtig weh. "Ich denke, aber dass wir sie schnell verarbeiten können." Am Samstag wartet beim GAK das Cup-Achtelfinale, eine willkommene Gelegenheit um sich für die Frankreich-Reise warm zu schießen.

apa

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