03.11.2013 10:41 Uhr

"Ekstase pur" - Braunschweig feiert ersten Heimsieg

Die Polizei ermittelt gegen den Domi Kumbela wegen Verdachts der Körperverletzung
Die Polizei ermittelt gegen den Domi Kumbela wegen Verdachts der Körperverletzung

Eintracht-Präsident Sebastian Ebel platzte nach dem ersten Bundesliga-Heimsieg seit mehr als 28 Jahren fast vor Stolz.

Die Pressekonferenz im Braunschweiger Stadion war halbwegs beendet, da schnappte sich Ebel das Mikrofon und sprach Trainer Torsten Lieberknecht vor versammelter Journalisten-Schar direkt an. "Lieber Torsten, ich danke dir und der Mannschaft für diesen Einsatz und die unbändige Leidenschaft. Es ist einfach irre, was ihr leistet", bekannte er öffentlich.

Ende einer 10410 tägigen Durststrecke

Das Erfolgserlebnis nach exakt 10 410 Tagen setzte enorme Emotionen frei. "Das war Ekstase pur", jubelte Lieberknecht nach dem historischen 1:0 (0:0) am Samstag gegen Bayer Leverkusen. Wenige Minuten zuvor hatte er die Tränen der Freude oder Erleichterung kurz nach dem Schlusspfiff auf dem Spielfeld nur schwer zurückhalten können. Beim zuvor letzten Braunschweiger Heimsieg in der Bundesliga am 3. Mai 1985 war Lieberknecht elf Jahre alt.

Auf die Lobeshymne des Vereinschefs antwortete Lieberknecht geschwind. Allerdings wandte er sich an die Medienvertreter aus Leverkusen und erklärte: "Das war unser Präsident. Wir sind etwas anders hier. Nur damit sie sich nicht wundern." Obwohl Braunschweig mit nun sieben Punkten gerade einmal den Anschluss an den Vorletzten Nürnberg geschafft hat, ist die Stimmung ausgerechnet vor dem brisanten Prestigeduell gegen Hannover 96 am Freitag bestens. "Wir wollen den Derbysieg", forderten die euphorisierten Eintracht-Fans nach dem Spiel immer wieder.   

Herausragende Leihgabe 

Zehn Spieltage lang hatte der von vielen belächelte Aufsteiger oft Lehrgeld gezahlt und nur vier mickrige Pünktchen gesammelt. Nach 28 Jahren Erstliga-Abstinenz musste die Eintracht bis zum elften Spieltag auf den ersten Heimsieg warten. Dann entlud sich auf den Rängen bei Domi Kumbelas verdientem Siegtor in der 81. Minute beim Großteil der 22 720 Zuschauer die Anspannung. "Wir haben bewiesen, dass wir bestehen können", meinte etwa Braunschweigs Bester Karim Bellarabi, der von Gegner Leverkusen nur ausgeliehen ist.

"Das gibt Selbstvertrauen", verkündete Mittelfeldspieler Kevin Kratz in Richtung Hannover schon einmal: "Mit breiter Brust werden wir dahin fahren." An Hannover wollte Lieberknecht dabei noch gar nicht denken. Der 40-Jährige, der nach Kumbelas Tor wie ein Flummi über das Spielfeld gehüpft war, will "nun erst einmal regenerieren" und dann die "unglaubliche Aufgabe" in Hannover angehen.

dpa

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