29.05.2024 08:55 Uhr

Wiener Austria feiert erfolgreiches Saisonende

Coach Wegleitner jubelt über den Siegeszug der
Coach Wegleitner jubelt über den Siegeszug der "Veilchen"

James Holland und Christian Wegleitner haben der Wiener Austria die Saison und einen Startplatz im Europacup gerettet. Der Australier, der unter Trainer Michael Wimmer einen schweren Stand hatte, zahlte das Vertrauen seines Interimscoaches mit zwei Treffern im Europacup-Play-off-Finale gegen den TSV Hartberg zurück. Am Dienstagabend schoss der 35-Jährige die "Veilchen" zum 1:0-Sieg in der Oststeiermark. Von dort öffnet sich nun den Wienern die Tür nach Europa.

Bereits beim 2:1-Erfolg im Hinspiel hatte Holland genetzt, es waren seine einzigen Liga-Tore für die Austria in zwei Jahren. "Das ist ein schönes Ende für mich. Aber ich freue mich am meisten für die Jungs. Es war keine einfache Saison und jetzt haben sie Europa", erklärte der Mittelfeldspieler, der über ein Karriereende nachdenkt.

Fix vorbei ist die Karriere von Wegleitner als Feuerwehrmann auf der Trainerbank in Favoriten. Der 45-Jährige hatte vor zwei Wochen von Wimmer übernommen und in der Folge alle vier Spiele siegreich bestritten. "Das ist eine coole Geschichte, die wird ihren Weg ins Museum finden. Einer dieser vielen Namen, die dort stehen - mit vier Spielen, vier Siege. Hört sich jetzt richtig cool an und bleibt glaube ich auch morgen noch so cool", meinte Wegleitner im "Sky"-Interview schmunzelnd.

Wegleitner wird Assistenzcoach

Er wird unter dem neuen Cheftrainer wieder Assistenzcoach. Wer das wird, ist noch unklar. Sportvorstand Jürgen Werner wollte am Dienstag keine Namen nennen, schließlich wolle er kein Bayern-München-Schicksal erleiden. Man führe Gespräche, die in den kommenden Wochen Erfolg bringen sollen. "Manuel Ortlechner und ich sind da am Drücker", so Werner.

Bei all den Aufs und Abs bei der Austria kann der Club nun mit einem Europacupticket in Verhandlungsgesprächen argumentieren. Das Gesamtscore von 3:1 gegen Hartberg, immerhin dem Fünften der Meistergruppe, ist zwar deutlicher als das Duell zwischen beiden Teams war. Über 180 Minuten war es aber keinesfalls unverdient. "Das Ergebnis ist über zwei Spiele hinweg in Ordnung", konstatierte Wegleitner, der seine Spieler für ihren Willen in den letzten vier Partien lobte. "Die Mannschaft ist charakterlich einwandfrei."

Auch das sollte auf potenzielle Trainerkandidaten attraktiv wirken. Kapitän Manfred Fischer bilanzierte aber auch selbstkritisch. "Das war die schwierigste Saison für mich bis jetzt seitdem ich bei der Austria bin. Ich habe mir extrem viele Gedanken gemacht, vielleicht ein bissl zu viel. Da hat auch meine Leistung darunter gelitten. Aber wir haben unser Ziel erreicht, gemeinsam haben wir es geschafft. Ich bin stolz."

Enttäuschung bei Hartberg

Für Hartberg blieb derweil vor heimischer Kulisse die Krönung einer tollen Bundesligasaison aus. TSV-Coach Markus Schopp zeigte sich dennoch als fairer Verlierer. "Wenn man die beiden Spiele hernimmt, dann war die Austria den Tick besser." Der 50-Jährige war trotzdem stolz auf das Erreichte, er hat den Club zu einer echten Größe in der Liga gemacht. "Wir haben eine geile Saison gespielt."

Bei Kapitän Jürgen Heil saß die Enttäuschung allerdings tief. "Wir spielen eine überragende Saison und können uns im Endeffekt nichts davon kaufen. Der Modus gibt es leider so her, dass irgendein Achtplatzierter das noch gewinnen kann. Das ist wie in der Lotterie. Da sollte sich die Bundesliga etwas überlegen. Aber wir kennen den Modus und waren leider zu schwach", sagte der 27-Jährige.

Schopp nahm derweil seinen Stürmer Maximilian Entrup in Schutz, der Goalgetter hatte sich nach der Partie für seine vergebenen Chancen mit Tränen in den Augen entschuldigt. "Der Maxi hat eine abartig gute Saison gespielt. Er weiß natürlich, was er für eine Rolle mittlerweile in dieser Mannschaft hat." Das ist auch anderen Clubs nicht verborgen geblieben, Teamspieler Entrup könnte daher den Verein im Sommer bei einem entsprechenden Angebot verlassen.

Schopp erwartet jedenfalls wieder einen gewissen Umbruch im Kader. "Es gibt natürlich wieder Veränderungen. Aber jede Veränderung gibt dir wieder Möglichkeiten und Chancen." Dass er auch selber Veränderung erfahren könnte, wollte der Trainer nicht thematisieren. "Ich habe einen laufenden Vertrag in Hartberg. Was ich nur jedes mal dazu schicke, ist, dass es Themen gibt, die dieser Verein bewältigen muss. Wir stehen in so einem Thema (Stadion, Anm.). Es muss der Anspruch sein, den Spielern etwas bieten zu können, damit sie sich noch besser entwickeln können. Da ist der TSV Hartberg gefordert."

apa

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