Frankreich .:. Steckbrief

Mannschaft: Frankreich
Verband: UEFA UEFA
Spitzname: Les Bleus, Équipe Tricolore
gegründet: 07.04.1919
Farben: blau-weiß-rot
Mitgliederzahl: 2.994.423
Stadion: Stade de France
80.000 Plätze
Anschrift: Fédération Francaise de Football
60 Bis Avenue d´Iéna
75783 Paris Cedex 16
Telefon: 01 / 44 31 73 00
Telefax: 01 / 47 20 82 96
Homepage: www.fff.fr
E-Mail: webmaster@fff.fr

Frankreich .:. Erfolge

1 x Weltmeister
1998 
2 x Confed. Cup Sieger
2001  2003 
2 x Europameister
1984  2000 

Frankreich .:. Portrait

Frankreich, das Land der Künste und Genüsse, war fußballgeschichtlich international lange Zeit zweitklassig. Trotz so bedeutender Anlässe wie der Mitgründung der FIFA sowie der Einführung und Schaffung der Europameisterschaft und des Europapokals, waren die Franzosen dem Fußballspiel nicht sehr angetan. Der moderne Fußball entstand Mitte des 19. Jahrhunderts durch Auslandseinflüsse, hier besonders hervorzuheben ist Großbritannien. Das Fundament, worauf sich der französische Fußball stützte, war jedoch ungenügend und brüchig zu dieser Zeit. Die Infrastruktur sowie die Fußballplätze waren in einem schrecklich schlechten Zustand. Daneben war die Popularität wie angesprochen nicht sehr hoch unter dem französischen Publikum. Die dominierenden Sportarten waren der Radsport sowie Gymnastik.

Das Desinteresse am Fußball lag an der Tatsache, dass Vereinsgründer sowie Spieler überwiegend englischer oder schottischer Herkunft waren. Dieser Einfluss ausländischer Spieler ging soweit, dass im Endspiel um die Meisterschaft zwischen den Vereinen White Rovers und dem Standard FC nur ein französischer Spieler vertreten war. Die restlichen 21 Spieler waren alle ausschließlich Engländer. Als ältester Fußballclub Frankreichs kann sich der Le Havre AC nennen, dessen Gründungsjahr 1872 war. Doch Zentrum des runden Leders wurde mit der Zeit die Hauptstadt Frankreichs, Paris. Langsam erwachte der französische Fußball durch den 1892 gegründeten Club Français, der ausschließlich aus französischen Spielern bestand.

Doch neben dem vorherrschenden Publikumsmangel beschäftigten den Fußball schwerwiegendere Probleme und Hindernisse. Ein Problem herrschte auf organisatorischer Ebene. Es gab zu dieser Zeit keinen einheitlichen Fußballverband in Frankreich. Eine Fülle von Verbänden und Organisationen blähte sich in Frankreichs Fußballlandschaft auf, die einen geordneten und regulären Spielbetrieb anfangs zunichte machte. Statt eines einheitlichen Reglements gab es eine Vielzahl von nationalen Pokalwettbewerben, bei denen man kaum den Überblick behalten konnte.

Erst im Jahre 1906/07 wurde die erste Landesmeisterschaft ausgespielt, der "Championat de France", an den 18 Teams teilnahmen. Ein anderes Problem war die Frage des Profitums. Es gab viele Querelen innerhalb des französischen Dachverbands, dem der französische Fußball seit dem Jahre 1893 beiwohnte. Diese internen und Verbands übergreifenden Probleme bezüglich des Profistatus ließ die Attraktivität bei vielen Zuschauern mehr und mehr schwinden. Zumal überzeugte die Nationalelf zu jener Zeit wenig und verlor manche Partie überaus hoch. Der Umschwung für den französischen Fußball begann mit dem ersten Weltkrieg, bei dem viele Soldaten neben dem Kriegsschauplatz in der freien Zeit kickten.

1919 entsteht der erste übergreifende Dachverband FFFA, der die organisatorische Arbeit aller nationalen Fußballmannschaften und der Nationalmannschaft koordinierte. Der Fußball erlebte einen regelrechten Boom und eine explosionsartige Popularität innerhalb kürzester Zeit. Jedoch bestand immer noch die Debatte um eine einheitliche Spielklasse sowie den Profistatus der Nationalliga und ihrer Spieler. Erst 1933 wurde dieses Problem gelöst - mit der Gründung der Division Nationale als erste Nationalliga. Damit erhielten Vereine und Spieler automatisch den Rang eines Profis. Bei der WM 1938 im eigenen Land schieden die Gastgeber in Viertelfinale aus. Nach den ganzen Problemen ein überaus gutes Resultat zu diesem Zeitpunkt.

Nach dem zweiten Weltkrieg kümmerte sich nur noch ein einziger Fußballverband um die nationale Profiliga, der im Jahre 1957 in den LNF umbenannt wurde. In diesem Zuge wurde auch die erste Spielklasse, die Division 1 eingeführt. Bei der WM 1958 in Schweden erreichte Frankreich mit Platz 3 den bis dahin größten Triumph. Eine Lichtgestalt bei dieser WM war der französische Angreifer Juste Fontaine, der mit 13 Toren bei dieser WM bis heute den Rekord für die meisten erzielten Tore bei einer Weltmeisterschaft hält. 1970 führte der Verband mit der Division 2 eine weitere Spielklasse ein, weil die hohe Dichte an Vereinen und finanzielle Probleme mancher Vereine in der Division 1 keinen anderen Ausweg mehr möglich ließen.

Bei der EM 1984 erreichten "les bleux" mit ihren Stars Platini, Tigana, Battiston und Fernandez ihren ersten Zenit mit dem 2:0 Finalsieg über Spanien. Der zweite Höhepunkt ereignete sich 14 Jahre später wieder im eigenen Land. Die junge und erfahrene Mannschaft um Trainer Aimé Jacquet zeigte sich über das ganze Turnier unbeugsam und frech wie der gallische Hahn und besiegte im Finale Brasilien mit 3:0. Die darauffolgende EM 2000 gewannen ebenfalls die Franzosen im Finale gegen Italien und waren damit unangefochten die beste Nationalmannschaft der Welt, bis zur WM 2002 in Südkorea/Japan. Diese Titelverteidigung sollte zum Debakel für die Nationalmannschaft werden und Frankreich schied sang und klanglos in der Gruppe aus. Nichtsdestotrotz gilt der EM - Titelverteidiger als größter Anwärter auf den erneuten Gewinn des Pokals in Portugal. Nicht zuletzt wegen der großen Anzahl talentierter und erfahrener Spieler wie Pires, Viera, Herny, Cisse und nicht zu vergessen Weltfußballer Zinedine Zidane gehört Frankreich zu den Top Favoriten bei dieser EM 2004.

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