Argentinien .:. Steckbrief

Mannschaft: Argentinien
Verband: CONMEBOL CONMEBOL
Spitzname: Gauchos
gegründet: 01.01.1893
Farben: hellblau-weiß
Mitgliederzahl: 1.543.410
Anschrift: Asociación del Fútbol Argentino
Viamonte 1366/76
1053 Buenos Aires
Telefon: 0 11 - 43 72 79 00
Telefax: 0 11 - 43 75 44 10
Homepage: www.afa.org.ar
E-Mail: info@afa.org.ar

Argentinien .:. Erfolge

2 x Weltmeister
1978  1986 
1 x Confed. Cup Sieger
1992 
14 x Copa America Sieger
1921  1925  1927  1929  1937  1941  1945  1946  1947  1955  1957  1959  1991  1993 

Argentinien .:. Portrait

Der argentinische Fußballbund, Associacón del Fútbol Argentino, wurde im Jahre 1893 gegründet. Damit gilt Argentinien nach England als eine der historisch bedeutendsten Fußballnationen der Welt. Bereits 1891 wurde die erste Meisterschaft ausgetragen. Doch nicht nur national war Argentinien fußballerisch seiner Zeit voraus. 1910 organisierte der AFA einen Kontinentalcup der als Vorreiter der heutigen Copa América gilt.

Unter diesen Gesichtspunkten ist es auch nicht verwunderlich, dass Argentinien 1928 im olympischen Finale und zwei Jahre später auch im ersten WM-Finale stand. Beide gingen jedoch verloren.

Nach der Premieren-WM begann in Argentinien eine Zeit wirtschaftlicher und politischer Probleme, die ab 1930 den argentinischen Fußball stark beeinflussten und ihn in seiner Entwicklung immer wieder zurückwarf. Besonders in den 30er und 40er Jahren war dies deutlich zu spüren. Etliche Spitzenspieler wechselten zu Clubs in Europa, und wurden dort von den jeweiligen Verbänden abgeworben. Besonders massiv geschah dies in Italien. Aus diesem Grund reiste die Nationalmannschaft 1934 nur mit einem Amateur-Aufgebot an und schied in der ersten Runde gegen Schweden aus.

Es kam jedoch noch schlimmer. Zwar war Argentinien in Süd-Amerika das Maß der Dinge und dominierte den Süd-Amerika Cup, von 1929-1959 gewannen sie ihn 12 mal, doch auf Grund der wirtschaftlichen Spannungen und daraus resultierenden Streitigkeiten mit der FIFA, nahm Argentinien an den folgenden fünf Weltmeisterschaften nicht Teil.

Dies nahm einer großen Anzahl an argentinischen Spielern die Chance, sich international zu präsentieren. Ein Schicksal das auch den späteren Real-Star Di Stefano ereilte. Trotzdem ging das muntere Abwerben argentinischer Spieler durch europäische Verbände weiter, was der sportlichen Entwicklung erheblichen Schaden zufügte. So mussten in der lang ersehnten WM-Endrundenteilnahme 1958 wiederum nach der Vorrunde die Koffer gepackt werden, da ein Großteil der Nationalmannschaft nun für Italien spielte.

1966 erreichte der argentinische Fußball seinen Tiefpunkt. Zwar überstand man dieses Mal die Vorrunde, doch das Viertelfinalspiel gegen England ging als Skandalspiel in die Geschichtsbücher ein. Nachdem der Argentinier Rattin, aus Protest gegen eine Verwarnung eines seiner Mitspieler, das Spiel nicht mehr fortsetzen wollte, fand der andauernde Falklandkonflikt zwischen England und Argentinien nun auch auf dem Rasen statt: Minutenlanges Chaos machte das Fortführen der Partie vorerst unmöglich. Am dann doch noch stattfindenden regulären Ende des Spiels musste der Schiedsrichter unter massivem Polizeiaufgebot vom Platz geleitet werden und Argentinien verlor mit 1:0.

Nachdem man 1970 zum einzigen Mal in der Geschichte nicht einmal die WM-Qualifikation schaffte, gelang 1978 im eigenen Land mit dem 3:1-Finalsieg gegen die Niederlande der Durchbruch. Aber selbst dieser Sieg ließ sich nicht in vollen Zügen auskosten. Die bisher einzige Ausrichtung einer WM-Endrunde überzeugte zwar durch eine unglaubliche Begeisterung, die politischen Verhältnisse sorgten jedoch abermals für einen bitteren Beigeschmack. Der durch einen Militärputsch an die Macht gekommene Videla nutzte die Weltmeisterschaft zu massiven Propagandazwecken. Da die Herrschaft Videlas auf Terror, Folter und Korruption basierte, löste dies internationale Empörung aus.

Sportlich lief es bei den Argentiniern in den Folgejahren dennoch rund. Mit dem Finalsieg 1986 gegen Deutschland begann die Ära des legendären Diego Armando Maradona, der seine Mannschaft auch in das Finale1990 führte. Argentinien gelang es in der Zeit von 1978 bis 1990 zwei der vier Endrunden zu gewinnen und scheinbar mit dem großen Konkurrenten Brasilien gleichzuziehen.

1994 trug der Drogenskandal Maradonas dazu bei, dass man bereits im Achtelfinale gegen Rumänien scheiterte und die alte so erfolgreiche Elf zerfiel. Desto überraschender war das Auftreten der Nationalmannschaft bei der WM 1998. Sie überzeugte durch sehr ansehnlichen Fußball und erreichte das Viertelfinale, wo man gegen die Niederlande ausschied. Der Neuaufbau war also geglückt. Dieser Eindruck bestätigte sich in der Qualifikation für die Weltmeisterschaften 2002. Als souveräner Süd-Amerikameister mit nur einer Niederlage reiste man nach Japan/Südkorea. Die hohen Erwartungen konnten jedoch mitnichten erfüllt werden. Der Schock in der argentinischen Bevölkerung war groß, als man nicht nur wieder mit wirtschaftlichen Turbolenzen konfrontiert wurde, sondern auch mit dem Aus ihrer Nationalmannschaft in der Vorrunde.

Für die WM 2006 kann man jedoch wieder mit einer starken argentinischen Mannschaft rechnen. 2004 gelang es nicht nur den zweiten Platz bei der Copa América zu erreichen sondern auch das erste olympische Gold nach Argentinien zu holen.

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