18.06.2020 21:28 Uhr

Dresdens Löwe attackiert die DFL: "Das ist denen scheißegal"

Vor dem Abstieg mit Dynamo Dresden: Chris Löwe
Vor dem Abstieg mit Dynamo Dresden: Chris Löwe

Der Abstieg von Dynamo Dresden ist kaum noch zu verhindern. Nach der Pleite in Kiel platzte Dynamo-Profi Chris Löwe unter Tränen der Kragen.

Tränen, Wut und kaum noch eine Chance auf den Klassenerhalt: Für Dynamo Dresden gehen die Lichter in der 2. Fußball-Bundesliga wohl bald aus, das Team scheint am Ende seiner Kräfte. Der Tabellenletzte verlor am Donnerstag auch bei Holstein Kiel mit 0:2 (0:1). Der Rückstand auf Relegationsrang 16 und den Karlsruher SC beträgt bei noch zwei ausstehenden Spielen fünf Punkte, zudem weist der KSC das deutlich bessere Torverhältnis auf.

Nach dem Spiel entlud sich der Frust über mittlerweile sieben Partien binnen 19 Tagen bei Dynamo-Profi Chris Löwe. "Wir reißen uns alle drei Tage den Arsch auf und baden das aus", schimpfte er bei "Sky" über den für Dresden nach dem Restart besonders engen Spielplan.

Mit Blick auf die Deutsche Fußball Liga (DFL) und Geschäftsführer Christian Seifert fügte er unter Tränen an: "Glauben Sie ehrlich, dass einer von denen in der DFL sich eine einzige Sekunde Gedanken macht, was bei uns in den Köpfen vorgeht? Das ist denen alles scheißegal. Wir sind am Ende die, die den Preis bezahlen für den ganzen Scheiß. Diese Leute sitzen in ihren 5000 Euro teuren Bürostühlen und entscheiden über unsere Köpfe hinweg."

Dynamo hatte den Kampf gegen den Abstieg nach der Corona-Pause unter extrem schweren Bedingungen aufgenommen: Wegen positiver Fälle und einer Mannschafts-Quarantäne vor dem Restart muss Dresden seine Spiele in besonders kurzer Folge bestreiten. In sieben Partien verlor das Team bei nur einem Sieg fünfmal.

Trainer Markus Kauczinski warb anschließend um Verständnis für Löwe. "Wir sind durchgespielt und durchgenudelt. Dass mit den Jungs dann die Emotionen durchgehen, ist nicht ungewöhnlich", sagte der 50-Jährige. Auch er selbst habe beim Blick auf den Spielplan "keine Idee, wie das gehen soll. Man sieht, dass wir nicht mehr können."

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