16.03.2017 23:07 Uhr

Eurofighter 2.0! Schalke kegelt Gladbach raus

Comeback geglückt: Schalke setzt sich dank der Auswärtstorregel durch
Comeback geglückt: Schalke setzt sich dank der Auswärtstorregel durch

Schalke 04 ist nach einer furiosen Aufholjagd erstmals seit fünf Jahren in ein Europacup-Viertelfinale gestürmt und hat Borussia Mönchengladbach ins Tal der Tränen gestürzt.

Die Königsblauen erkämpften sich in einem packenden Achtelfinal-Rückspiel der Europa League beim Bundesliga-Rivalen trotz eines 0:2-Rückstands ein 2:2 (0:2) und stehen nach dem 1:1 im Hinspiel in der Runde der letzten Acht.

Leon Goretzka (54.) und Nabil Bentaleb (68., Handelfmeter) egalisierten die Gladbacher Pausenführung durch Andreas Christensen (26.) und Mahmoud Dahoud (45.+2).

Die Borussia verpasste aufgrund des weniger erzielten Auswärtstores nach einer schwachen zweiten Halbzeit den ersten Einzug ins Viertelfinale eines europäischen Wettbewerbs seit 21 Jahren.

Hecking muss improvisieren

Gladbach agierte vor 46.283 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park angesichts der Tatsache, dass auch ein 0:0 zum Weiterkommen gereicht hätte, zunächst abwartend.

Schalke ging in dem Wissen um die Konterstärke des Gegners ebenfalls nicht volles Risiko. Die Gäste hatten zwar mehr Ballbesitz, doch lediglich bei einem Kopfball von Guido Burgstaller (11.) wurde es in der Anfangsphase gefährlich.

Hecking, der schon auf Kapitän Lars Stindl (muskulären Problemen im Hüftbereich) verzichten musste, musste bereits nach 16 Minuten umstellen. Fabian Johnson humpelte mit Oberschenkelproblemen vom Feld und wurde durch Jonas Hofmann, der das wichtige Auswärtstor im Hinspiel erzielt hatte, ersetzt.

Gladbach verkraftete Johnsons Ausfall gut. Nach glänzender Vorabeit von Raffael vergab Josip Drmić per Kopf die große Chance zur Führung (18.). Die Schalker Defensive hatte nun größere Probleme, besonders den starken Raffael bekamen die Königsblauen nicht in den Griff. Ein Schuss des Brasilianers verfehlte sein Ziel knapp (22.).

Dahoud bestraft Choupo-Motings Lässigkeit

Der Führungstreffer resultierte aus einer Standardsituation. Nach einem Freistoß fiel Christensen der Ball vor die Füße, Knappen-Kapitän Benedikt Höwedes fälschte den Schuss des Fohlen-Abwehrchefs unglücklich und unhaltbar für seinen Torhüter Ralf Fährmann ab.

Mit der Führung im Rücken zogen sich die Gladbacher zurück und lauerten auf Konter. Den Königsblauen mangelte es an Ideen, obwohl die Gladbacher Defensive nicht immer sattelfest wirkte. Goretzka, bester Schalker am Donnerstag, scheiterte nach einer halben Stunde zudem an Keeper Yann Sommer.

In der Nachspielzeit bot sich den Gästen eine gute Kontermöglichkeit, doch Eric Maxim Choupo-Moting vertändelte den Ball im Gladbacher Strafraum leichtfertig. Im Gegenzug traf Dahoud mit einem sehenswerten Distanzschuss zum 2:0 und schockte die Schalker mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit.

Platzfehler bringt Schalke zurück

Nach dem Wechsel setzten die Gäste alles auf eine Karte. Weinzierl brachte Offensivspieler Max Meyer für Johannes Geis, und die Schalker rannten an.

Goretzkas Treffer verlieh Schalke zusätzlichen Rückenwind. Der Schuss des Mittelfeldspielers sprang vor Sommer unglücklich auf, der Schweizer Nationaltorhüter machte aber eine schlechte Figur. Schalke schnürte die Gastgeber phasenweise im eigenen Strafraum ein. Allerdings boten sich den Fohlen immer mehr Räume für Konter, die sie aber nicht nutzten.

Als Dahoud ein Ball an den Oberarm sprang, entschied der englische Schiedsrichter Mark Clattenburg auf Elfmeter. Bentaleb verwandelte souverän zum Ausgleich.

Glück für Gladbach, dass es nach einem Foul von Jannik Vestergaard an Daniel Caligiuri nicht erneut Strafstoß gab (74.). In einer hektischen Schlussphase warfen die Hausherren alles nach vorne, rannten sich aber zu häufig fest. Kurz vor dem Abpfiff schickte Referee Clattenburg zu allem Überfluss auch noch Gladbachs reklamierenden Sportdirektor Max Eberl in die Kabine.

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