15.02.2017 15:06 Uhr

Rampenlicht: Vom Millionen-Flop zum Kapitän

Marcus Berg soll nächste Saison Kapitän von Panathinaikos Athen werden
Marcus Berg soll nächste Saison Kapitän von Panathinaikos Athen werden

Viele bekannte Gesichter spielen weitgehend unbeachtet von der deutschen Presse im Ausland. Heute blickt weltfussball auf Publikumslieblinge in Dänemark, einen Hattrick innerhalb von 25 Minuten und einen Premierentreffer in der Schweiz.

"Was mich am meisten überrascht hat, war, dass die Menschen hier offenbar keinen Fußball sehen wollen. Wir haben viele Stadien, in die 10.000 Menschen passen, aber es kommen nicht mal 1200", beklagte sich Rafael van der Vaart vom FC Midtjylland kürzlich über die Situation in seiner neuen Heimat.

Wenn der Klub des Niederländers allerdings auf nationale Größen wie Brøndby IF trifft, schaut es anders aus. Mehr als 11.000 Zuschauer verfolgten die Partie zwischen dem Zweiten und dem Dritten im Dezember. Die von Alexander Zorniger gecoachten Kopenhagener setzten sich dabei mit 2:1 durch - die Treffer erzielten van der Vaart und ein weiterer alter Bekannter aus der Bundesliga: Teemu Pukki. Der Finne spielt eine überragende Saison und führt mit 14 Toren die Liste der Top-Schützen an.

Der 26-Jährige blüht bei Brøndby IF regelrecht auf. Im letzten Jahr schoss der wuselige Stürmer Hertha BSC im Alleingang aus der Europa League, kurz danach brach er mit zehn Pflichtspieltoren in einem Monat einen 19 Jahre alten Rekord in Dänemark.

Es scheint fast, als würde Pukki besonders gerne gegen deutsche Klubs spielen. 2011 lief er mit HJK Helsinki in den Europa-League-Playoffs gegen den FC Schalke auf und erzielte in zwei Begegnungen drei Tore für den finnischen Vertreter. Diese Kaltschnäuzigkeit gefiel dem damaligen Manager Horst Heldt so gut, dass er den Nationalspieler prompt verpflichtete. 

Auf Schalke konnte sich der damals 21-Jährige aber nie richtig durchsetzen - zum Bedauern der königsblauen Fans, die den Blondschopf schnell ins Herz geschlossen hatten.

Hattrick in 25 Minuten

Derlei Liebesbekundungen blieben Marcus Berg beim HSV verwehrt. Aus gutem Grund: Der Schwede ist einer der größten Millionen-Flops, die sich die Hamburger bis heute geleistet haben. Nach nur einer Saison bei den Rothosen wurde der 10-Millionen-Euro-Mann an PSV Eindhoven in die Niederlande ausgeliehen. Auch nach seiner Rückkehr spielte der Superstar der U21-EM 2009 keine Rolle in der Hansestadt. Trotz laufenden Vertrags wechselte Berg 2013 ablösefrei zum griechischen Erstligisten Panathinaikos Athen.

Und dort läuft es inzwischen richtig gut. Seit seinem Wechsel war der heute 30-Jährige stets bester Torschütze seiner Mannschaft. In dieser Spielzeit könnte er diese Statistik nochmal toppen. Nach 20 Partien stehen bereits zwölf Treffer auf dem Konto des Schweden.

Zu dieser Ausbeute hat besonders die vergangene Begegnung gegen Panetolikos beigetragen. Der Schwede erzielte innerhalb von nur 25 Minuten einen Hattrick. Seine überragenden Leistungen werden jetzt von Trainer Marinos Ouzounidis belohnt. In der nächsten Saison soll Berg das Team als Kapitän auf den Platz führen.

Haggui sichert Rang fünf

Das Kapitänsamt hatte einst auch Karim Haggui inne - zuletzt bei Fortuna Düsseldorf. Der 33-Jährige, der in der Bundesliga für Bayer Leverkusen und Hannover 96 auf dem Platz stand, war im Sommer 2015 vom VfB Stuttgart zur Fortuna gewechselt. Zum Ende der vergangenen Spielzeit fand der Tunesier keine Berücksichtigung mehr beim Zweitligisten.

Umso wichtiger ist der Innenverteidiger für den FC St. Gallen. Beim Tabellenfünften der Schweizer Super League stand der Abwehrchef abgesehen von zwei Spielen, die er wegen eines Jochbeinbruchs und einer Gelbsperre verpasste, stets 90 Minuten auf dem Platz. Zuletzt konnte er sogar mit einem Treffer beim 2:1-Sieg gegen Lausanne-Sport glänzen. "Ich bin sehr glücklich und stolz, mein erstes Tor für den St. Gallen geschossen zu haben", schrieb der 33-Jährige auf seiner Facebook-Seite.

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