29.07.2014 10:21 Uhr

Salzburg will die Millionenliga stürmen

Trainer Hütter ist von seiner Mannschaft angetan
Trainer Hütter ist von seiner Mannschaft angetan

Mit dem Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde bei Aserbaidschans Meister FK Qarabağ startet RB Salzburg am Mittwoch (ab 17:30 Uhr im weltfussball-Liveticker) den geplanten Sturm auf die Champions League. Dank bestens geölter Tormaschine soll im siebenten Anlauf der Ära von Red Bull erstmals der ersehnte Einzug in die Gruppenphase der Millionenliga gelingen.

Drei Pflichtspiele, drei Siege, 21:2 Tore - Salzburg befindet sich schon zu Saisonbeginn in beneidenswerter Frühform. So muss sich die Truppe von Neo-Coach Adolf Hütter vor dem kommenden Gegner nicht fürchten, daran ändert auch das Fehlen von Goalgetter Alan nichts. Der Brasilianer ist nach seiner Gelb-Roten Karte beim bitteren Achtelfinal-Aus in der Europa League gegen Basel im März gesperrt.

"Physisch sind wir in einem sehr guten Zustand, haben viele Tore erzielt und Selbstvertrauen getankt. Und das brauchen wir in Baku", sagte Hütter, der den Gegner in der zweiten Qualifikationrunde beim 4:0-Heimsieg gegen Valletta live beobachtet hat. Auch das Hinspiel hatte Qarabağ mit 1:0 gewonnen, die Meisterschaft in Aserbaidschan ist hingegen noch nicht gestartet.

Guter Gegner, der Salzburg dennoch liegen könnte

"Das ist eine gute Mannschaft mit fünf guten Brasilianern, die versteht, über das Spielerische ins Spiel zu kommen", lautete die Grobanalyse der mit zahlreichen Legionären gespickten Truppe seines Kollegen und ehemaligen aserbaidschanischen Teamspielers Gurban Gurbanov. Hütter machte aber auch mögliche Schwachstellen aus: "Die Mannschaft könnte uns liegen, weil sie keine langen Bälle spielen", meinte der Vorarlberger.

Ähnlich optimistisch äußersten sich seine Kicker. "Ihr Stil wird uns gelegen kommen, dass wir pressen können", sagte Spielmacher Kevin Kampl. Innenverteidiger Martin Hinteregger sah es genauso: "Wir wissen, dass sich Qarabağ wohl nicht hinten reinstellen wird, sondern eher versucht, mitzuspielen. Das kommt dann auch unserer Spielweise entgegen, wir können damit unser Offensivpressing besser einsetzen."

Was Hütter aber derzeit am besten schlafen lassen kann, ist die kompromisslose Einstellung seiner Spieler, die zuletzt am Samstag beim 5:0-Kantersieg in Wiener Neustadt auch in Unterzahl eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde. "Dieser unbedingte Wille meiner Spieler macht mich stolz", betonte der neue Trainer. Nehmen die Salzburger die aserbaidschanische Hürde, ist man auch in der letzten Qualifikationsrunde gesetzt und vermeidet so Duelle mit großen europäischen Namen.

FK Qarabağ rechnet sich Chancen aus

Der FK Qarabağ rechnet sich jedoch auch gegen Salzburg Chancen aus. Aserbaidschans Meister hofft im rund 30.000 Zuschauer fassenden Tofig Bakhramov-Stadion - benannt nach dem Linienrichter im WM-Finale 1966 mit dem berühmten "Wembley-Tor" - zumindest auf ein Ergebnis, das für das Rückspiel eine Woche später in Wals-Siezenheim hoffen lässt.

"Salzburg wird uns nicht den geringsten Fehler verzeihen. Wir wissen, wie stark sie sind", warnte Qarabağ-Verteidiger Ilgar Gurbanov. Dennoch habe man sich ein klares Ziel gesetzt. "Das ändert nichts daran, dass wir in die nächste Runde aufsteigen wollen." In der Vorsaison stieß man in der Europa League immerhin bis ins Playoff vor, wo dann gegen Eintracht Frankfurt das Aus kam.

Abschlusstraining am 23:30 Uhr Ortszeit

Die Zeitverschiebung von drei Stunden hat Hütter dazu bewogen, das Abschlusstraining am Dienstag für 23:30 Uhr Ortszeit anzusetzen. "Wir haben uns nach einer genauen Analyse dazu entschlossen, dass wir uns nach unserer Zeit orientieren, da wir wegen des kurzen Zeitraums zwischen Anreise und Spieltag den Biorhythmus unserer Spieler nicht unnötig beanspruchen wollen", begründete Hütter diese Vorgehensweise. "Die lange Reise und die Zeitverschiebung sind zwar nicht optimal, damit müssen wir aber professionell umgehen", erklärte Hinteregger.

Neben Alan werden weiterhin Dauerpatient Isaac Vorsah (Knie), Valon Berisha (Kreuzbandoperation) und Asger Sørensen (Sprunggelenk) fehlen. Auch die Zehenblessur des in Wiener Neustadt geschonten Mittelfeldabräumers Stefan Ilsanker erwies sich als hartnäckiger als erhofft. Fit ist hingegen wieder Franz Schiemer.

Ebenfalls verzichten müssen wird man auf Unterstützung von mitgereisten Salzburg-Fans. Aufgrund der strengen Einreisebestimmungen nach Aserbaidschan und der kurzfristigen Planung verzichtete der Verein auf die Organisation einer Fanreise.

Mehr dazu:
>> Salzburg zu Gast bei den Heimatlosen

apa

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