Eine grandiose A-League-Saison hat mit einem denkwürdigen Finale einen würdigen Abschluss gefunden. Im Finale zwischen den Brisbane Roar und den Central Coast Mariners wurde den Zuschauern all das geboten, was den Fußballsport so beliebt macht.    
picBrisbane Roar jubelt über den Gewinn der Meisterschaft

Beide Teams zeigten von Anfang an keine Nervosität und hielten sich auch nicht lange mit Abtasten aus. Stattdessen ging es im voll besetzten Suncorp Stadium rauf und runter. Brisbane, für die Ex-Bundesligaprofi Thomas Broich von Anfang an auflief, konnte sich im Verlauf der ersten Hälfte einen optischen Vorteil herausspielen. Die beste Chance hatten aber die Gäste, als Matt Simon in der 36. Minute nach Pass von Adam Kwasnik nur noch einschieben musste, die Kugel aber nicht unter Kontrolle bekam und sie noch neben das Tor setzte.


Brisbane nutzt Überlegenheit nicht

War die erste Hälfte noch einigermaßen ausgeglichen, erspielten sich die Hausherren in der zweiten Hälfte ein deutliches Übergewicht. Schließlich ging es für sie nicht nur um den Titel, sondern auch um die Fortsetzung einer beeindruckenden Serie. Seit 27 Spielen hatte die Truppe von Ange Postecoglou nicht mehr verloren. Und sie taten einiges dafür, damit diese Serie weiterhin bestand hatte, aber immer wieder scheiterten sie am klasse aufgelegten Matthew Ryan im Kasten der Mariners, der seine Mannschaft schließlich in die Verlängerung rettete.


Sekunden trennen Mariners vom Sieg

Die Zuschauer durften sich auf 30 Minuten Nachschlag freuen und auf eine Verlängerung, die sie wohl nie vergessen werden. Sechs Minuten waren gespielt, als Brisbane kalt erwischt wurde. Wie heißt es so schön: „Machst du vorne die Buden nicht, wirst du hinten bestraft.“ Kwasnik nutzte eine Unachtsamkeit in der Abwehr der Hausherren zur überraschenden Führung für die Mariners aus. Brisbane sah sich nun um den Lohn einer erstklassigen Saison gebracht und warf alles nach vorne, fing sich aber prompt den nächsten Gegentreffer als Bozanic einen Konter einnetzte.

Als sich viele im weiten Rund schon mit der Niederlage abgefunden hatten, gab es in der 117. Minute den Anschlusstreffer durch Henrique. Die Roar-Fans peitschten ihre Mannschaft weiter nach vorne und die Mariners wurden nervös. In der Schlusssekunde gelang Paartalu nach einer Ecke doch noch der nicht mehr für möglich gehaltene Ausgleich.

Theoklitos wird zum Helden

Das Stadion hatte sich längst in ein Tollhaus verwandelt. Und nun wurde die Spannung mit dem Elfmeterschießen ins Unermessliche gesteigert. Zum Helden wurde schließlich Michael Theoklitos im Tor von Brisbane, der mit zwei parierten Elfmetern im Stadion einen orangen Jubelsturm entfachte.

Es war ein denkwürdiges Finale, in dem beide Mannschaften mächtig Werbung für den Fußball in Down Under gemacht haben und einmal mehr bewiesen haben, dass die Zeiten in denen der Fußball in Australien nur müde belächelt wurde, längst vorbei sind.


Jens Fennel